FOKUS
Doktoratsprogramm Szenografie ZHdK / Universität Wien
Eine Kooperation zwischen dem Institut für Design und Technologie (idt) und dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft Wien
Szenografie
Szenografie ist noch immer weitgehend mit „Bühnenbild und Bühnenraum“ konnotiert. Zeitgenössische Szenografie operiert jedoch weit über das Theater hinausgehend in all jenen Bereichen räumlicher Gestaltung, denen inszenatorische, narrative und transformative Aspekte eingeschrieben sind. Räume, die solchermaßen entworfen, konstruiert und erlebbar sind, also einer transdisziplinären Entwurfsstrategie entspringen, sind Hybride, die keinem singulären Genre mehr angehören.
Im Zürcher Postgraduiertenprogramm des Instituts für Design und Technologie (idt) definieren wir Szenografie als kulturelle Praxis und Theorie der Gestaltung performativer Räume in den Bereichen und an der Schnittstelle von Architektur, Theater, Ausstellung und Medien (Medialität). In der Betonung des Prozesshaften, Ereignishaften und Gemachten verbinden sich ehemals getrennte gestalterische Genres von Design über Architektur, Theater, Ausstellung, Messe und Museum zu inszenatorischen Gesten von Räumlichkeit.
Doktoratsprogramm
Die Kooperation des Instituts für Design und Technologie der Zürcher Hochschule der Künste und dem Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaft der Universität Wien basiert auf der Anerkennung herausragender künstlerischer Praxis als Forschung. Künstler-Wissenschaftler sind aufgefordert, im Rahmen eines Dissertations-Projekts die Praxis und Theorie der Szenografie um die Reflexion künstlerischer Produktionsweisen, Werk-Analysen und Werk-Kontextualisierungen zu erweitern und so zu einer innovativen Theoriefindung im Fach Szenografie beizutragen. Die Dissertation besteht aus einem theoretischen und einem künstlerisch-gestalterischen Teil. Beide Teile sollen im Dialog miteinander stehen und in geeigneter Form korrespondieren (beispielsweise Textkörper und DVD).
Der Fokus der interdisziplinär besetzten Supervision (Theater, Architektur, Medien) liegt auf intensiver, individueller Einzelbetreuung und kontinuierlichen Plenums-Sitzungen. Im Austausch mit eingeladenen ExpertInnen beim jährlich stattfindenden „Monitoring Scenography“-Symposium werden zudem eigene Positionen überprüft und Research-Ergebnisse einer Fachöffentlichkeit vorgestellt und diskutiert. DoktorandInnen werden in existierende Forschungsprojekte eingebunden, haben die Möglichkeit, interne Forschungsmittel zu beantragen und werden bei der Beantragung externer Forschungsmittel unterstützt. Forschungsergebnisse und Vorträge werden zudem regelmässig publiziert (siehe „Publikationen“).
Das Doktoratsprogramm Szenografie setzt sich zusammen aus durchschnittlich rund 15 internationalen DoktorandInnen aus Medien, Curating, Theater, Architektur und Design. Unter der Leitung von Thea Brejzek, Wolfgang Greisenegger und Lawrence Wallen trifft sich die Gruppe zu Research-Updates in den DissertandInnen-Seminaren, Lehrveranstaltungen und Symposien mehrere Male pro Jahr in Zürich. Von 2009-2011 wird das Doktoratsprogramm darüber hinaus intensiv mit der Prager Quadriennale für Performance Design and Space (PQ) in der Konzeptionierung und Realisierung von Ausstellungen, Symposien und Publikationen zusammenarbeiten. In der 2011 Quadrenniale werden DoktorandInnen zuätzlich eigene Projekte in Prag ausstellen.